BIOGRAPHIE
KINDHEIT & JUGEND
Die 60er Jahre. Eine Kleinstadt am Niederrhein. Eine Werkssiedlung. Rote Klinkerhäuser mit reichlich
Grün dazwischen. Mein Leben auf der Strasse. Inliner heißen noch Rollschuhe und auf der Kirmes kreischten die Mädels in
Autoselbstfahrern. Es gibt das Erste und das Zweite und zur Fernbedienung wird aufgestanden ("Schalt mal um!")
Die "Kinderstunde" reduziert sich auf Kasperle und René, Fury und Flipper, (Später
sollten ganze Familien am Streit um Daktari versus Sportschau zerbrechen). Karneval wird Mann und Mädel Cowboy oder Indianer (Indianerin? Einmal und nie wieder)
Lesen und Glotze gucken: Leben aus zweiter Hand. Gute Nacht, John-Boy! Gute Nacht, Großmutter!
KÖLN COLOGNE COLONIA KÖLLE
Studium und Lebens-Lehre, manchmal Leere, manchmal Fülle. Großstadt.
Raus kommen. Coming Out. Erste große Liebe, zweite große Liebe, dritte mittelgroße Liebe, vierte große Liebe...
In der persönlichen Asservatenkammer landen schlechte Fotos und schöne Erinnerungen.
1984 Im Orwell-Jahr revoluzioniert eine Maschine mein Leben: mein erster
Heim-Computers inklusive eines fulminanten 24-Nadel-Druckers.
Endlich konnte ich schneller schreiben als denken. Sollte sich das als Vorteil herausstellen?
"Monika", die Manuelle, und die IBM-Kugelkopf werden ausrangiert und die Handschrift eingemottet.
BERUF 1984. Ich schreibe meine erste und einzige Bewerbung. Anschließend beginne ich,
mich selbst zu unterhalten. Kaum zu glauben, wie lange das her ist. Nein, ich sage jetzt nicht "Wie die Zeit vergeht!"
BERUFUNG
Schreiben, lesen, verwerfen, neu schreiben, wieder verwerfen, aufhören, zur Seite legen, wieder anfangen, schreiben, schreiben, schreiben.
"Hinter jedem Wort stehen tausend andere". Und später steht hinter jedem Wort die Rechtschreibreform.
Groß oder Klein, Eszett oder Doppel-S. Nachdem wir uns gegen Kernenergie und für den Umweltschutz stark gemacht
haben, kämpfen wir nun für oder gegen den Duden. Im Zweifel entscheidet eh Microsoft Word für Word.
Oh! TON!
Nächste Herausforderung: der O-Ton. Ich hangel mich in den Hörfunk.
Neugier genügt nicht! Es braucht jede Menge Handwerkszeug,
um mit dem Mikro in der Hand den Menschen nahe zu kommen. Sich Fremdem annähern. Sich selbst erfahren.
Am Anfang war das Wort und
am Ende ein Buch ...
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